Turbulenzen
Er saß neben mir. Mein Ellbogen berührte seinen Unterarm. Das ruppige Profil seines Winterpullis drückte sich in die flauschige Wolle meines Winterpullis. Die Sonne strahlte, reflektiert vom Flugzeugflügel, auf meinen Brustkorb. Ich war glücklich. Ein wohliges Gefühl gebettet in diesen riesengroßen weichen und warmen rosa Pulli. Nichts drückte oder lag mir schwer auf den Schultern.
Ich schaute aus dem Fenster, wo alles voller Sonnenlicht war und die Welt heil unter mir lag, in schönen Farben, gut sortiert. Diese wohlige Einbettung in etwas weiches, warmes war mir neu.
Dann ruckelte es. Nein! Gewöhn dich nicht daran, das bedeutet nichts Gutes! Vielleicht ist es dann aus mit dem Leben – Mission completed! Kind wurde glücklich – Absturz – neues Leben irgendwie, irgendwo anders.
Der Flügel neigte sich rauf und runter, die Stewards setzten sich. Bing – Licht an – Bleiben sie sitzen und angeschnallt! Bis auf weiteres!
Die Sonne strahlte in ihrem fröhlichsten Licht, keine einzige Wolke war zu sehn. Nichts trübten den heilen Eindruck, doch der Flieger sprang den Himmel entlang als führe er auf der Buckelpiste.


