Trixi Hirtl #014

Die Schönheit einer Idee

Oft faszinieren ihn Ideen, in die er sich verliebt. Sie erscheinen so poetisch, schön und rein, so richtig, erstrebenswert und klar, so, als wären sie hier auf der Erde wie Trauben in der Luft, die man pflücken kann – man muss nur entscheiden welche.

Diese Ideen mit ihrer Essenz verbreiten sich manchmal wie Strohfeuer im Busch und verbrennen alles andere. Die Menschen sprechen nur noch darüber. Sie kauen die Traube, wieder und wieder, brechen sie herauf, kauen sie erneut, schlucken und brechen. Bis sie ausgeschieden wird dauert es mitunter Wochen, Monate, Jahre.

Und während sie erbrechen und kauen, krümmen sie sich, verrenken und verzerren sie sich, und jauchzen lobend dazwischen, wenn sie Luft bekommen, ihr neues Dasein.

Die Traube hat keinen Geschmack mehr, ist nicht mehr erkenntlich als Traube, doch alle bezeichnen ihr Erbrochenes als süßen Wein.

Doch oftmals pflückt man sich eine Traube im Stillen, verliebt in ihre Form, berauscht von ihrem Geschmack, beseelt vom Glück. Man kaut und wiederkäut, der Weg verändert sich und die Idee wird wahr. Der Weg steinig und grau, die Traurigkeit groß. Das Blitzen von Sonnenstrahlen in weiter Ferne, auch ein leuchtendes Blau.

Achso, das hätte man nicht gedacht.

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