Der Rundgang
Wenn die einst königlichen Hallen nicht mehr Furcht einflößen, einen vor Respekt nicht mehr erschaudern lassen, sich sogar vertraut anfühlen, ist das ein Zeugnis dafür, dass man eine Entwicklung durchlaufen ist.
Man erkennt die Situation und die Gefühle der ausstellenden Studenten, die Größe und Ernsthaftigkeit des Events in ihrem Leben und fragt sich, ob es für einen selbst die richtige Entscheidung war und ob diese Halle wirklich einen großen Unterschied gemacht hätte.
Ob die Fragestellungen und Herausforderungen im Jetzt, dann andere gewesen wären?
Man wandert durch die Räume, ist umringt von Exponaten auf allen 4 Achsen und findet in der Klasse für Fotografie ein einziges Foto im klassischen Sinn. Ein Bild von zwei Männern in der Straßenbahn, Street Photography, von hinten fotografiert, mit schönen kräftigen Farben.
Wie ein Fremdkörper hängt es da, zwischen abstrakten Formen auf zweidimensionalen Trägern, als Objekte oder Videos und Ton. Das analoge Foto, schön und stark im Ausdruck, wirkt wie ein Relikt aus einer anderen Zeit. Von einem Studenten, der irgendwann hängen geblieben zu sein scheint und den “Fortschritt” nicht mitbekommen hat.


